Nahost

Türkei erwägt Normalisierung der Beziehungen zu Syrien

Nach dem jüngsten Besuch von Baschar al-Assad in Abu Dhabi erwägt nun auch die Türkei, ihre Beziehungen zu Syrien wieder zu normalisieren. In Ankara hofft man offenbar, dass die Normalisierung der Beziehungen beider Länder auch die Rückkehr syrischer Flüchtlinge in ihr Heimatland erleichtern könne.
Türkei erwägt Normalisierung der Beziehungen zu SyrienQuelle: AFP © Syrian Presidency Facebook Page

Der syrische Präsident Baschar al-Assad besuchte kürzlich Abu Dhabi und traf sich dort mit führenden Politikern der Vereinigten Arabischen Emirate. Dieses Zusammentreffen machte deutlich, wie sehr sich die Golfstaaten inzwischen vom Westen entfernt haben und sich damit auf einen Nahen Osten ohne starke US-Präsenz vorbereiten. Nun prüft auch die Türkei die Möglichkeiten, Gespräche mit der syrischen Regierung wieder aufzunehmen und ihre Beziehungen zu Syrien zu normalisieren. Das berichtet Press TV unter Berufung auf die türkische Zeitung Hürriyet am Mittwoch.

Die türkische Zeitung berichtet, dass die bereits bestehenden Beziehungen zwischen Damaskus und Ankara – trotz des andauernden Ukraine-Krieges – verbessert werden könnten. Für Ankara stünden vor allem drei Themen auf Tagesordnung: die Aufrechterhaltung der einheitlichen Struktur und territorialen Integrität Syriens, die Gewährleistung der Sicherheit der syrischen Flüchtlinge, die in ihr Land zurückkehren könnten, und die Aktivitäten der PKK in Syrien.

Im Hinblick auf den jüngsten Assad-Besuch in Abu Dhabi schreibt Hürriyet, Ankara glaube, der Besuch des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) im vergangenen Monat habe gezeigt, dass er neue Initiativen ergreifen wolle und mehr Unterstützung brauche, um sein Land weiter stabilisieren zu können. Ankara könne diesen Prozess zu seinen Gunsten nutzen, wenn diese "neue Phase" von Beziehungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten in Betracht gezogen würde. Ein möglicher Erfolg dieser Bemühungen könnte zur Rückkehr von mindestens der Hälfte der in der Türkei lebenden syrischen Flüchtlinge in ihr Heimatland führen, kommentierte Hürriyet.

Auch der türkische Präsident reiste Mitte Februar zum ersten Mal nach fast zehn Jahren in die Vereinigten Arabischen Emirate. Die beiden Länder unterzeichneten dabei eine gemeinsame Erklärung zur Aufnahme von Verhandlungen über ein bilaterales Handels- und Investitionsabkommen, das als Comprehensive Economic Partnership Agreement (CEPA) bekannt ist.

Die syrische Regierung in Damaskus hat maßgebliche ausländische Akteure in Syrien wie die USA und die Türkei mehrfach aufgefordert, separatistische Bewegungen und dschihadistische Milizen in Nordsyrien nicht länger zu fördern und die syrische Souveränität nicht weiter zu verletzen.

In den letzten Jahren ist die Türkei sukzessive in Syrien und den Irak einmarschiert und besetzt Gebiete im Norden beider Länder, angeblich um dort "kurdische Terroristen" zu bekämpfen, also jene Milizen zu bekämpfen, die selbst erst von den USA bewaffnet wurden, um wiederum den "Islamischen Staat" (IS) zu bekämpfen.

Syrien kämpft derzeit um die Rückkehr zur Normalität, nachdem im zurückliegenden Jahrzehnt ein Großteil des Landes zerstört und nunmehr von Terrororganisationen und deren Verbündeten wieder befreit wurde. Die letzte Hochburg der Dschihadisten befindet sich in der Provinz Idlib im Nordwesten des Landes, wo auch türkische Truppen präsent sind. Ein Großteil der Gebiete in Nordostsyrien befindet sich zudem unter Kontrolle der kurdisch dominierten SDF, die weiter vom US-Militär unterstützt wird.

Mehr zum Thema - USA in großer Sorge: VAE-Außenminister reiste erstmals seit Syrien-Konflikt nach Damaskus

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